Elias Khoury und sein bester Freund Maher Abdullah Abed hatten am frühen Abend des 4. August gerade ihr Fischerboot aufs offene Meer gesteuert, als Halle 12 von der ersten der beiden Explosionen erschüttert wurde.

Außer Elias und Maher waren fünf weitere Männer an Bord der »Saad«. Die Crew überprüfte das Ringwadennetz, das wie ein großer Kescher funktioniert. Sie hatten es am Morgen ausgeworfen, jetzt trieb es im Meer vor Beirut. Maher, der syrische Maat, filmte mit seinem Smartphone gerade den Hafen, als das Ammoniumnitrat explodierte. Nach etwa zwei Sekunden hatte die Druckwelle der Detonation das Schiff erreicht. »Ich dachte, das ist eine kleine Atombombe«, sagt Elias. »Es war, als flöge das Schiff hin und her.« 

Er lag, daran erinnert er sich, auf dem Schiffsboden. Auch Maher stürzte, sein Handybildschirm ging dabei zu Bruch: »Und da war dieses Piepen in meinen Ohren«, sagt er, »ein langer, schriller Ton, der nicht mehr aufhörte.«

Der Kapitän befahl, mit voller Kraft in den Hafen zurückzulaufen. »Hol alles heraus!«, brüllte die Besatzung, »schnell, schnell!« Sie waren 20 Minuten auf dem Rückweg, als schwarze Partikel auf sie herabregneten. Der Abendhimmel färbte sich gelbrötlich.