Es liegt da wie eine verwunschene Märchenlandschaft. Tümpel wechseln sich ab mit Inseln aus Gagelstrauch und Torfmoos. Sumpfkalla und Königsfarn stehen im Nass. Ein Moorfrosch hüpft durchs Gras.

Doch Frederik Schawaller ist nicht zufrieden mit dem Moor-Idyll. „Hier steht normalerweise Wasser“, sagt der Biologe vom Naturschutzbund Hamburg und zeigt auf Kuhlen im Grund, wo einst Torf gestochen wurde. „Deutlich zu trocken“ sei das Naturschutzgebiet Moorgürtel im Südwesten Hamburgs. Das Ökosystem drohe Schaden zu nehmen. Und nicht nur das: Auch für das Klima ist Trockenheit in Mooren fatal.

Bis zu acht Meter dick ist der „Torfkörper“ unter Schawallers Füßen, konzentrierte organische Masse, im Untergrund gefangen seit Jahrtausenden. Sinkt der Wasserspiegel, kommt der Torf mit Luft in Kontakt und oxidiert. Dann entweicht Kohlendioxid. Trockenes Moor ist ein Klimakiller.

„Jedes entwässerte Moor trägt zur globalen Erwärmung bei“, sagt Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Diese klimaschädliche Wirkung werde leicht unterschätzt: „Die internationalen Klimaziele lassen sich nur erreichen, wenn Moore weltweit regeneriert und geschützt werden.“