Im April 2018 brach Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub zu einer Skitiour in den Alpen auf, von der er nie zurückkehrte. Suchaktionen blieben ohne Erfolg, im Oktober des Jahres beantragten Familienmitglieder, ihn für tot erklären zu lassen.

Nun wirft ein Bericht des Wirtschaftsportals »Business Insider« ein neues Licht auf den Fall: Demnach gibt es Hinweise, Haub habe eine Art Doppelleben geführt. Auf der einen Seite trat er mit seiner Ehefrau öffentlich auf – unter anderem auch bei verschiedenen Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Laut »Business Insider« unterhielt Haub jedoch zeitgleich im russischen Sankt Petersburg über ein ganzes Jahrzehnt hinweg auch eine Beziehung zu einer Geliebten.

Juristisch brisant: Der Handelskonzern Tengelmann wirft Haub zudem Veruntreuung von Firmengeldern vor, wie »Business Insider« berichtet. Demnach soll der Manager jahrelang auf Unternehmenskosten Privatdetektive beauftragt haben, die Geschäftspartner, Freunde und Verwandte überwachen sollten (den Bericht von »Business Insider« finden Sie hier).

Acht Millionen Euro für die Überwachung des Bruders

Laut »Business Insider« stellte allein die Detektei Adato für die Bespitzelung des Bruders von Karl-Erivan rund acht Millionen Euro in Rechnung. Die Ermittler sollten dabei klären, so heißt es in dem Bericht, ob die damalige Lebensgefährtin von Georg Haub Teil einer kriminellen Verschwörung gegen den Tengelmann-Clan ist. Weitere zwei Millionen Euro musste Tengelmann für die Beschattung des Personenschützers von Karl-Erivan bezahlen.

Für die weitere Aufklärung verlangt Tengelmann von Karl-Erivans Ehefrau, Katrin Haub, die Herausgabe der vertraulichen Ermittlungsberichte. Unklar ist, ob die Dokumente mittlerweile vernichtet wurden. Auf Anfrage habe sich Frau Haub nicht geäußert.

Die Familie Haub gehört zu den reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands. Zu ihrem Vermögen gehören milliardenschwere Beteiligungen etwa an der Baumarktkette Obi und dem Textildiscounter…