Die Nachfrage nach Euro als internationalem Zahlungsmittel ist in der Pandemie deutlich gestiegen. Das folgt aus einer Auswertung der Society for Worldwide Interbank Telecommunications – kurz: SWIFT – aus der die Nachrichtenagentur »Bloomberg« zitiert (hier geht’s zur Meldung).

Den Daten zufolge hat die europäische Gemeinschaftswährung als Zahlungsmittel im internationalen Zahlungsverkehr im Oktober 2020 auch den Dollar überholt, und zwar zum ersten Mal seit Februar 2013. »Handelsturbulenzen, die durch die Pandemie ausgelöste Rezession und politische Disharmonie« haben laut »Bloomberg« zu wachsendem Druck auf den Dollar geführt. Der Dollar hat seit Frühjahr etwa 10 Prozent gegenüber dem Euro verloren.

Chinas Bedeutung: Seit 2010 rasant gewachsen

Laut SWIFT entfielen im Oktober weltweit etwa 37,8 Prozent aller Geldtransfers auf Euro. Das waren sechs Prozentpunkte mehr im Vergleich zum Jahreswechsel. Der Anteil des Dollars fiel im gleichen Zeitraum um 4,6 Prozentpunkte auf zuletzt 37,5 Prozent.

Auf Platz drei der am häufigsten genutzten Währungen rangierte das britische Pfund. Der japanische Yen lag auf Rang vier, vor dem kanadischen Dollar, der Chinas Yuan von Platz fünf verdrängte. Der sinkende Anteil des Dollars ist ein seit Längerem zu beobachtendes Phänomen. Im Jahr 2015 lag der Anteil der US-Währung noch bei 45,3 Prozent.

Die Dominanz von Dollar und Euro bleibt damit insgesamt sehr hoch. Pfund, japanischer Yen und kanadischer Dollar kamen insgesamt lediglich auf einen Anteil von 12,3 Prozent aller weltweiten Transaktionen.

Chinas Yuan hat einen bemerkenswerten Aufstieg hinter sich: 2010 führte das SWIFT-Ranking die chinesische Währung noch nur auf Rang 35, nun liegt er auf Rang sechs. Insgesamt entfallen aber immer noch nur 1,66 Prozent aller grenzüberschreitenden Zahlungsvorgänge auf den Yuan.

Im Finanzierungsgeschäft bleibt die Rolle des Dollars allerdings unangefochten. Laut einem Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIS)…