Die Verkaufszahlen für in der Corona-Krise bisher stark nachgefragte Hygieneprodukte lagen zuletzt deutlich unter denen der Vorwochen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ermittelte. War etwa der Absatz von Toilettenpapier in der 44. Kalenderwoche (Ende Oktober) noch knapp doppelt so hoch (plus 84 Prozent) wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020, so fiel er in der 46. Kalenderwoche sogar geringer aus (minus 13 Prozent).

Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln war in den ersten beiden Novemberwochen mit plus 58 und plus 51 Prozent zwar weiter klar stärker als vor der Corona-Krise. An die drastisch erhöhte Nachfrage aus der Phase vor dem Lockdown im Frühjahr, als es zeitweise einen Zuwachs von gut 750 Prozent gegeben hatte, reichen die jüngsten Verkaufszahlen aber nicht heran.

Normalisierung

Die Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln hat sich ebenfalls weitgehend normalisiert: Der Absatz von Teigwaren und von Backzutaten wie Mehl, Zucker und Hefe lag demnach in der Woche vom 9. bis 14. November jeweils deutlich unter den Veränderungsraten der Woche unmittelbar vor dem Teil-Lockdown.

Mitte März 2020: ziemlich leere Regale in einem Berliner Supermarkt

„Die Entwicklung der Absatzzahlen der vergangenen vier Wochen könnte darauf hindeuten, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Phase der wieder stark steigenden COVID-19-Infektionszahlen und unmittelbar vor dem Teil-Lockdown mit Produkten des täglichen Bedarfs eingedeckt haben, um danach seltener einkaufen gehen zu müssen“, vermuten die Statistiker.

Politiker und der Handel versichern immer wieder, die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs sei in Deutschland gesichert. Regelmäßig appellieren sie an die Verbraucher, keine „Hamsterkäufe“ zu tätigen.

wa/kle (rtr, dpa)