Früher waren es Kohlekraftwerke und Atommeiler, mit denen die Deutsche Bahn ihren enormen Strombedarf gedeckt hat. Ganze Kraftwerksblöcke produzierten die Elektrizität für die Lokomotiven. Doch die Bahn will sich als die klimafreundliche Alternative zu Auto und Flugzeug positionieren, und deshalb verwenden die Manager viel Mühe darauf, an grün produzierten Strom zu kommen. Bislang, so rechnet das Staatsunternehmen vor, stammen bereits 61 Prozent aus nachhaltigen Quellen.

Jetzt soll es nach SPIEGEL-Informationen noch einmal schlagartig mehr werden. Demnach hat die Bahn drei Verträge mit Energiekonzernen über die Lieferung von insgesamt 780 Gigawattstunden Grünstrom geschlossen, die aus Wasser-, Wind- und Sonnenkraft stammen.

Die Menge soll ausreichen, den Betrieb von rund 40.000 Zügen über rund 23 Tage zu gewährleisten, heißt es aus dem Konzern. Das soll helfen, dass die Bahn ihr selbst gestecktes Ziel erreicht, im Jahre 2030 rund 80 Prozent seines Strombedarfs aus regenerativen Quellen zu decken.

Ökostrom aus dem Osten

Unter anderem sieht einer der Verträge vor, ab 2021 aus einem Solarpark in Gaarz (Mecklenburg-Vorpommern) Strom zu beziehen. Die Anlage ist 90 Hektar groß und produziert ab kommendem Jahr 80 Gigawattstunden Ökostrom jährlich.

Hinzu kommen 440 Gigawattstunden aus einem Wasserkraftwerk an der bayerisch-österreichischen Grenze, sowie 260 Gigawattstunden aus einem Offshore-Windpark vor Helgoland. Den baut der Essener Energiekonzern RWE.

Bei dem Öko-Deal soll es sich um langfristige Lieferverträge über einen Zeitraum von 15 Jahren handeln.

Neuer Kohlestrom aus dem Westen

Die Bahn versucht mit der Aktion auch der Kritik von Umweltschützern zu begegnen, die dem Konzern vorwerfen, sich einen Teil des Ökostroms mit sogenannten Herkunftsnachweisen zu sichern. Dabei wird Ökostrom nur auf dem Papier gekauft, aber nicht unbedingt auch vom Käufer genutzt.

Noch immer bezieht die Bahn Kohlestrom, etwa aus dem Braunkohlekraftwerk Schkopau. 20 Prozent macht das…