SPIEGEL: Herr Kähler, Herr Moriske, Hunderte Schulen geschlossen, Hunderttausende Schüler in Corona-Quarantäne. Viele Eltern, Schüler und Lehrer fragen sich deshalb gerade: Wie können wir die Schulen und Klassenräume für den Winter so sicher machen wie möglich?

Kähler: Wir brauchen viele kleine Bausteine. Masken sind ein wirksamer Schutz, aber es müssen jetzt im Winter in den Innenräumen mindestens FFP-2-Masken sein – und die sollten ganz eng am Gesicht anliegen, sonst schützen sie nämlich nicht vor einer indirekten Infektion durch Aerosole. Meine beiden Söhne tragen in Bus und Bahn, in der Schule während des Unterrichts und auf den Gängen oder dem Schulhof seit Monaten FFP-3-Masken. Aber viele Menschen können Masken nicht den ganzen Tag tragen, deshalb brauchen wir auch andere Schutzmöglichkeiten.

SPIEGEL: Nämlich welche?

Moriske: Wenn ich da mal einsteigen darf: In den Klassenräumen empfehlen wir vom Umweltbundesamt das regelmäßige Lüften, das ist das Mittel der Wahl, um indirekte Ansteckung in der Schule zu verhindern, effektiv, kostet nichts und ist einfach umzusetzen. Außerdem gelangen dabei Feuchtigkeit – Stichwort Schimmel – Kohlendioxid und chemische Ausdünstungen nach draußen. Wenn man über weit geöffnete Fenster lüften kann, erreicht man leicht, dass sich die Raumluft zwei- bis dreimal, beim Querlüften – also Fenster auf zwei Seiten des Raumes geöffnet – sogar 10- bis 20-mal pro Stunde austauscht. Deshalb sagen wir: Wenn möglich querlüften in jeder Pause, und auch während des Unterrichts alle 20 Minuten noch mal die Fenster auf.