Während der Debatte über die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes soll die AfD mehrere Nichtparlamentarier ins Reichstagsgebäude eingeschleust haben. Diese sollen dann auf den Fluren Abgeordnete bedrängt haben, wie mehrere Parlamentarier berichteten. Nun befasst sich der Ältestenrat des Bundestags mit dem Verdacht, ob und wie die rechten Störer am Mittwoch ins Reichstagsgebäude gelangten.

»Sollte es sich erweisen, dass AfD-Abgeordnete Personen Zugang zum Reichstag verschafft haben, die gezielt Druck auf Abgeordnete ausgeübt oder daran gehindert haben, ihren Mandatspflichten nachzukommen, dann muss das ein Nachspiel haben«, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, der Nachrichtenagentur dpa. »Das wäre grob unparlamentarisch. Wir werden der Sache in jedem Fall im Ältestenrat nachgehen.«

Der Ältestenrat tagt an diesem Nachmittag. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, hatte am Mittwochabend erklärt, seiner Fraktion lägen keinerlei Erkenntnisse vor, dass AfD-Abgeordnete unbefugte Personen in den Bundestag eingeschleust hätten. »Sollten Gäste, die von einzelnen Abgeordneten regulär angemeldet und die vom Bundestag überprüft worden sind, gegen die Hausordnung verstoßen haben, werden wir diesen Vorwürfen nachgehen.«

Aktivisten streamten live an der Seite von AfD-Mitarbeitenden

Ein im Netz verbreitetes Video zeigt unter anderem, wie eine Frau Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) filmt und ihm Gewissenlosigkeit vorwirft. Nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland hat ein AfD-Abgeordneter bestätigt, dass eine Frau auf seiner Liste zu der Sitzung eingeladen wurde. Es soll sich um jene Frau handeln, die Altmaier bedrängt und beleidigt hat. Auch weitere Aktivisten sind in Videos zu sehen, die sie in AfD-Büros oder Begleitung von AfD-Mitarbeitenden zeigen.

»Es ist ungeheuerlich! Wir werden unsere Demokratie und das Parlament gegen Feinde der…