Wenn der künftige US-Präsident Joe Biden im kommenden Jahr die Amtsgeschäfte von Donald Trump übernimmt, soll der Kampf gegen die Erderwärmung zur Chefsache werden. Es ist ein ausgemachtes Versprechen und die Hoffnung vieler Klimaschützer, dass die USA unter dem Demokraten Biden dem Pariser Klimavertrag wieder beitreten und eine führende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel einnehmen.

Biden hat das ambitionierteste Klimaprogramm versprochen, das es je von einem Präsidentschaftskandidaten gab: Ein gigantisches Finanzprogramm soll die USA auf Klimakurs bringen. Er plant die Abkehr von der durch Trump geförderten Öl- und Gasindustrie. Er plant, die USA bis 2050 zu einem klimaneutralen Staat zu machen und will dafür die Stromversorgung des Landes komplett umstellen.

Neue Reaktortechnik für die USA

Dabei hat Biden auch Ideen im Sinn, die manche mit Skepsis betrachten. Er setzt zwar vor allem auf erneuerbare Energien. Weil deren globaler Anteil an der gesamten Energieerzeugung immer noch vergleichsweise klein ist (2020 lag der Anteil von Wind- und Solarenergie laut dem Thinktanks Ember bei nur knapp zehn Prozent), will der designierte US-Präsident auch in Atomkraft investieren.

Tatsächlich glauben Experten, dass Reaktortechnik einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Sogar der Weltklimarat IPCC sieht in Atomenergie eine Möglichkeit zur Reduzierung von klimaschädlichem Kohlendioxid, nennt aber auch die damit verbundenen Risiken.

Biden will eine Agentur gründen, die Forschung und Entwicklung von nuklearen Reaktoren vorantreiben und die »Zukunft der Kernenergie ergründen soll«, wie er in seinem Wahlprogramm schreibt.

Er setzt dabei auf sogenannte Small Modular Reactors (SMR) – kleine Anlagen, die schnell und kostengünstig entstehen könnten.

Das Konzept ist nicht neu, gilt aber als Hoffnung der angeschlagenen Branche. Mit gigantischen Betonklötzen in Hochsicherheitszonen, die man gemeinhin mit Atomkraftwerken verbindet, haben sie nicht viel gemein….