WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus unterstütze die Rebellen in der abtrünnigen Provinz Tigray und versuche, sie mit Waffen zu versorgen, sagte Äthiopiens Armeechef General Birhanu Jula in einer Rede im Fernsehen. Beweise für seine Anschuldigungen lieferte der General nicht, bezeichnete den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation aber als „Kriminellen“ und forderte dessen Rücktritt.

Von der WHO gibt es bislang keine Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen Tedros, der seit 2017 an der Spitze der Organisation steht und zuvor in Äthiopien Gesundheits- und Außenminister war. Tedros selbst veröffentlichte bei Twitter ein Statement, in dem er bestreitet, in dem Konflikt in seinem Heimatland Partei für eine der kämpfenden Parteien zu ergreifen.

Die Regierung in Addis Abeba erklärte derweil, ihre Truppen hätten in der nördlichen Provinz Tigray eine Reihe von Orten eingenommen und würden bald die Provinzhauptstadt Mekelle erreichen. Rebellen-Chef Debretsion Gebremichael räumte Gebietsverluste ein und erklärte, Mekelle werde bombardiert.

Zugleich betonte er aber, der Widerstand sei ungebrochen und die Stadt Axum, rund 215 Kilometer nördlich von Mekelle, werde gehalten. Die Angaben beider Seiten können nicht unabhängig überprüft werden, da der Zugang nach Tigray sowie die Internet- und Telefonverbindungen dorthin eingeschränkt sind.

Flüchtlinge aus Tigray haben sich im Sudan in Sicherheit gebracht

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Milizen der Tigray Volksbefreiungsfront (TPLF) halten bereits seit zwei Wochen an. Hunderte Menschen wurden dabei getötet. Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed, der 2019 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, wirft der in Tigray regierenden TPLF vor, einen bewaffneten Aufstand angezettelt zu haben. Die Partei dagegen hält Abiy vor, er verfolge sie und vertreibe ihre Politiker von Regierungs- und Sicherheitsposten.

Tigray hat fünf Millionen Einwohner und wird seit 2018 von der TPLF regiert. Die Tigrayer…