Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart ist schon lange eine Hochburg der Grünen. Aus Sicht der Partei hätte die Oberbürgermeister-Wahl in diesem Monat zum feierlichen Präludium der Landtagswahl im März 2021 werden sollen, bei der Ministerpräsident Winfried Kretschmann sich zum dritten Mal zur Wahl stellt. Doch es kam anders.

Im Januar hatte Amtsinhaber Fritz Kuhn überraschend angekündigt, nicht für acht weitere Jahre im Stuttgarter Rathaus kandidieren zu wollen. Kuhns anvisierte Nachfolgerin, die Grünen-Kandidatin Veronika Kienzle, landete bei der Hauptwahl am 8. November aber nur auf einem zweiten Platz, weit abgeschlagen hinter dem Kandidaten der CDU. Beim zweiten Wahlgang am 29. November, bei dem eine einfache Mehrheit reicht, tritt Kienzle nicht mehr an. Damit besiegelt sie das OB-Debakel der Grünen in Stuttgart.

Der scheidende Rathauschef Fritz Kuhn, 65, blickt für seine Partei dennoch optimistisch in die Zukunft – sowohl was die Pläne im Ländle, als auch auf Bundesebene betrifft.