Zündeln am Pulverfass
Friedensnobelpreisträger auf Kriegspfad

Abiy Ahmed, Ministerpräsident von Äthiopien. Foto: Britta Pedersen/dpa

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Im Windschatten der US-Wahl ist am Horn von Afrika weitgehend unbemerkt ein neuer Konfliktherd entstanden. In einer Region, in der auch die Großmächte wieder Fuß fassen, brechen alte Rivalitäten auf. Es drohen Elend und Vertreibung.

Ein Friedensnobelpreisträger macht mobil – und riskiert damit eine militärische Eskalation in einer Region, in der die Großmächte um Einfluss ringen.

Während die Welt auf den Ausgang der US-Wahl wartete, schickte am Horn von Afrika Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed einigermaßen unbeachtet sein Militär in die rebellische Provinz Tigray. Die Begründung des Nobelpreisträgers von 2019: Mit dem Angriff auf einen Militär-Stützpunkt sei dort eine rote Linie überschritten worden.

Seither dringen trotz Abriegelung und gekappter Kommunikationswege aus Tigray schlimme Nachrichten über Massaker, Kämpfe, Bombardierungen und Vertreibung nach draußen. Unabhängig nachprüfbar sind sie kaum. Fakt ist: Tausende sind in Nachbarländer geflohen. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, warnt: «Es besteht das Risiko, dass die Situation völlig außer Kontrolle gerät und zu vielen Toten und…