Der Industriekonzern Thyssenkrupp ist im abgelaufenen Geschäftsjahr tief in die Verlustzone gestürzt. Hauptgrund ist die Stahlsparte, die massiv von den Verwerfungen der Corona-Pandemie getroffen wurde. Wegen der verschlechterten Geschäftsaussichten werde der Wert des Hüttenbereichs um mehr als eine Milliarde Euro nach unten korrigiert, berichtet das »Handelsblatt«.

Hinzu komme ein Verlust aus dem laufenden Betrieb, berichtet die Zeitung weiter. Der sogenannte freie Kapitalfluss liege im Berichtszeitraum etwa bei minus 1,7 Milliarden Euro. Unterm Strich dürfte für den Gesamtkonzern damit ein Fehlbetrag von weit über drei Milliarden Euro anfallen. Es wäre der zweitgrößte Verlust in der Geschichte des Konzerns.

Kapital, um den Verlust auszugleichen, ist vorhanden. Die Kasse des Konzerns ist nach dem 17-Milliarden-Euro-Verkauf der Aufzugsparte derzeit ziemlich gut gefüllt.

Thyssenkrupp will am Donnerstag seine Bilanz für das Ende September beendeten Geschäftsjahr 2019/20 vorlegen. Ein Sprecher lehnte einen Kommentar zur Geschäftsentwicklung ab.

Im Zentrum der Bilanzvorlage dürfte der geplante Verkauf der Stahlsparte stehen. Bislang hat lediglich der britische Stahlproduzent Liberty ein Angebot abgegeben. Thyssenkrupp hofft noch auf weitere Offerten. Eine Entscheidung soll bis Februar 2021 fallen.

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