Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit Israel angekündigt. „Wir werden den Kontakt zu den Israelis – was finanzielle, gesundheitliche und politische Themen betrifft – wieder aufnehmen“, teilte Ministerpräsident Mohammed Schtaje in Ramallah mit. Aus Wut über neue Annexionspläne Israels im besetzten Westjordanland hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Mai alle Abkommen mit Israel und seinem Bündnispartner USA aufgekündigt. Nach der wegweisenden Annäherung zwischen Israel und Bahrain beziehungsweise den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zog die Regierung von Premier Benjamin Netanjahu jedoch ihr Konzept zurück.

„Wir haben von Israel ein Schreiben erhalten, mit dem es sich verpflichtet, alle Vereinbarungen mit uns auch einzuhalten“, ergänzte Schtaje. „Für uns ist das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Palästinensische Kinder erhalten im September in Gaza-Stadt Nahrungsmittel von UN-Mitarbeitern

Allerdings könnte auch ein ganz anderer Beweggrund für die politische Kehrtwende gesorgt haben. Der Kooperationsstopp hatte die Autonomiebehörde in eine schwierige finanzielle Lage gebracht. Sie musste unter anderem – inmitten der Coronavirus-Pandemie – Beamtengehälter kürzen.

Israel treibt für die Palästinenser Warenzölle ein

Gemäß dem Kooperationsabkommen treibt Israel nämlich im Auftrag der PA Zölle auf Waren sowie einige Steuern ein und leitet diese dann weiter. Wegen der Unterbrechung sämtlicher Kontakte fehlten die Gelder jetzt. Auch die Verlegung palästinensischer Patienten in israelische Krankenhäuser war seit Mai unterbrochen – eine fatale Entwicklung während der globalen Pandemie.

Der jetzige Schritt erfolgt nach Interventionen der Europäischen Union, der USA, und anderer Länder. Schtajes Ankündigung kam am Vorabend des Besuchs von US-Außenminister Mike Pompeo in Israel. Mit großem Interesse wird darauf gewartet, wie sich nach der Abwahl von US-Präsident Donald…