Ibrahim ahnte, was kommen würde, als das kroatische Polizeiauto stoppte. Vor mehr als zwei Jahren war der junge Pakistaner aus Kaschmir aufgebrochen, um Europa zu erreichen. Nun, an diesem kalten Tag Ende März, zerrten die kroatischen Polizisten ihn und die anderen aufgegriffenen Flüchtlinge aus dem Auto, so erinnert er sich. Draußen warteten schon weitere Sicherheitskräfte. Ihre Gesichter verbargen sie unter schwarzen Sturmhauben.

Die Männer zwangen die Flüchtlinge, Jacken, Schuhe und Hosen auszuziehen. Der Reihe nach stellten sich die Vermummten auf. Ein Maskenmann packte Ibrahim am Nacken und zerrte ihn Richtung Fluss. So erinnert er sich. Die anderen prügelten auf ihn ein. Sie zielten auf Ibrahims Rücken, seine Arme, Beine. »Sie haben wie blind auf mich eingeschlagen«, sagt er. Seinen Nachnamen möchte er nicht nennen, aus Angst.

Ibrahim erinnert sich an einen langen, dicken Ast, der, wenn er auf seine Haut traf, besonders geschmerzt habe. Drei andere Flüchtlinge berichten von Schlägen mit einer Metallstange und einer Schlinge, an deren Ende ein schwerer Gegenstand befestigt war.