Am selben Tag, an dem die Welt vom künftigen Mega-Handelsblock in Asien erfuhr, gab es auch Neues aus dem Reich Peter Altmaiers zu berichten. Der selbst ernannte Nachfolger Ludwig Erhards will zum wiederholten Mal die Hürden für ausländische Investoren erhöhen, so meldete das Düsseldorfer »Handelsblatt«. Es sei ja bekannt, so ließ sich der Ressortchef vernehmen, dass nicht alle Geldgeber aus der Fremde »gleichermaßen lautere Absichten« hätten.

Die beiden Nachrichten machen deutlich, wie unterschiedlich die entwickelte Welt auf die Herausforderung des Protektionismus reagiert. Der autokratische Industriegigant China hält noch immer nichts von Menschenrechten und Minderheitenschutz. Aber er bildet nun gemeinsam mit Demokratien wie Australien, Neuseeland, Japan oder Südkorea die größte Freihandelszone der Welt mit über zwei Milliarden Verbrauchern. Die Pekinger Machthaber setzen auf offene Grenzen, den Abbau von Zöllen und den weitgehend ungehinderten Fluss von Waren und Kapital.

Deutschland und Europa dagegen schotten sich ab. Die Regierenden in Berlin, Paris und Brüssel reden in diesen Tagen viel von »europäischer Souveränität«, doch ihr Einfluss schwindet. Im Technologiewettlauf mit den USA und China sind die Europäer Zuschauer. In der Digitalwirtschaft spielen sie genauso wenig eine Rolle wie auf den internationalen Finanzmärkten. Die Gestaltungsmacht Brüssels wird nicht größer, sie nimmt seit Langem ab.