Im Homeoffice hält Herr K. es kaum aus. Er hat Existenzängste und Stress mit Frau und Kindern. Was kann er tun, um nicht durchzudrehen und die Situation zu meistern?

Von Reinhild Fürstenberg

Vor mir sitzt Herr K.* Eigentlich weiß er nicht so ganz, ob er bei mir richtig ist. Ich kann ihm doch eh nicht helfen… Oder kann ich einen Job zaubern? Geld? Eine größere Wohnung? Kann ich den erneuten Lockdown verhindern? Wohl kaum. Ich sehe Resignation und Hoffnungslosigkeit – und einen Mann, der gerade keine Lösungsstrategien und damit auch keine Perspektive mehr für sich sieht.

Herr K. war bereits im Frühjahr einige Monate im Homeoffice in Kurzarbeit, seit zwei Monaten aber nun wieder zu normalen Arbeitszeiten im Unternehmen – endlich! Zu Hause ist Herrn K. die Decke auf den Kopf gefallen: In der kleinen Wohnung konnte er nicht richtig arbeiten, immer wollte eines seiner noch kleinen Kinder etwas von ihm – und mit seiner Frau hat es noch nie so viel gekracht wie in dieser Zeit: Frau K. wurde als Teilzeitkraft in einem Restaurant gekündigt. Ein neuer Job sollte nun endlich beginnen, wurde ihr aber auf Grund der aktuellen Entwicklung wieder abgesagt. Auch Herr K. befürchtet nun, wieder in die Kurzarbeit zu rutschen. Wie er seine Familie von 67 Prozent Kurzarbeitergeld ernähren soll, weiß er nicht.

Nicht nur die existenziellen Sorgen haben die Spannungen auf Paarebene so aggressiv werden lassen, dass Herr K. das…