Der dänische Lebensmittelminister Mogens Jensen ist im Zusammenhang mit der millionenfachen Tötung von Nerzen im Land zurückgetreten. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass er nicht länger die ausreichende Unterstützung einer Mehrheit der dänischen Parlamentsparteien innehabe, schrieb Jensen am Mittwoch Facebook. Deshalb habe er Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mitgeteilt, aus der Regierung auszutreten.

Frederiksen hatte am 4. November angekündigt, dass alle Nerze im Land gekeult werden sollen, weil das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich bereits auf den Menschen übertragen habe. Besonders die sogenannte Cluster-5-Variante des Virus war vom dänischen Gesundheitsinstitut SSI als besorgniserregend eingestuft worden, weil diese nach Angaben des Instituts mögliche Auswirkungen auf künftige Corona-Impfstoffe haben könnte. Es handelt sich insgesamt um etwa 15 bis 17 Millionen Tiere.

Wie sich herausstellte, fehlte für die Massenkeulung aber die nötige Rechtsgrundlage. Das hatte Minister Jensen erst mehrere Tage nach der Ankündigung der Maßnahme eingeräumt. Mittlerweile hat sich die Regierung eine Parlamentsmehrheit für einen gesetzlichen Rahmen gesichert, der den rapiden Schritt rechtlich absichern und die Nerzhaltung in Dänemark bis Ende des Jahres 2021 verbieten soll.

Mittlerweile sind alle Pelztiere auf mit dem Coronavirus befallenen Nerzfarmen in Dänemark getötet worden. Das teilte die Lebensmittelbehörde Fødevarestyrelsen am Mittwoch auf Twitter mit. Insgesamt seien die Nerzbestände auf 284 Farmen gekeult worden, auf denen Corona-Fälle aufgetaucht seien. Das entspricht etwa jeder vierten Nerzfarm in Dänemark. 25 weitere Farmen stünden darüber hinaus unter Corona-Verdacht. Um wie viele gekeulte Tiere es sich genau handelte, ging aus den Behördenangaben nicht hervor.

Icon: Der Spiegel