In Dänemark sind mittlerweile alle Pelztiere auf mit dem Coronavirus befallenen Nerzfarmen getötet worden. Das teilte die Lebensmittelbehörde Fødevarestyrelsen mit. Insgesamt seien Tiere auf 284 Farmen gekeult worden, hieß es. Das entspricht etwa jeder vierten Nerzfarm in Dänemark. 25 weitere Farmen stünden bereits unter Coronaverdacht. Um wie viele gekeulte Tiere es sich genau handelte, ging aus den Behördenangaben nicht hervor.

Die dänische Regierung hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass alle Pelztiere im Land getötet werden sollen, weil das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich bereits auf den Menschen übertragen habe. Es handelt sich insgesamt um etwa 15 bis 17 Millionen Nerze. Begründet wurde der drastische Schritt mit Sorgen vor negativen Auswirkungen dieser veränderten Viren auf die Wirkung möglicher künftiger Corona-Impfstoffe.

Für die Massenkeulung aller Nerze im Land – also auch denjenigen von Farmen ohne Corona-Fall oder außerhalb der Risikogebiete – fehlte jedoch zum Zeitpunkt der Bekanntgabe die rechtliche Grundlage. Das räumte die dänische Regierung erst mit Verspätung ein, was letztlich dazu führte, dass Lebensmittelminister Mogens Jensen am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt gab.

Mittlerweile hat die Regierung für die gesetzliche Absicherung des Schrittes aber eine Parlamentsmehrheit gefunden. Einer entsprechenden Vereinbarung zufolge soll die Nerzhaltung in Dänemark zudem generell vorläufig bis zum Ende 2021 verboten werden.

Icon: Der Spiegel