Eine Klasse der Alexander-Coppel-Gesamtschule in Solingen: 26 Schülerinnen und Schüler auf engem Raum. Es besteht Maskenpflicht, aber es ist kaum möglich, Abstand zu wahren. Ginge es nach der Stadt, sollte es hier eigentlich anders aussehen. Vor zwei Wochen wollte Solingen wechselweise eine Hälfte einer Klasse im Präsenz-, die andere Hälfte daheim im Distanzunterricht lernen lassen. Doch das sogenannte Solinger Modell hielt nur kurz. Die NRW Landesregierung erteilte eine Absage. Unverständnis beim Schulleiter.“ 

O-Ton Andreas Tempel Schulleiter Alexander-Coppel-Gesamtschule Solingen „Ich habe ein mulmiges Gefühl. Ich sage das ganz offen. Wie viele Klassen sind vielleicht noch da, auch wenn jetzt anders entschieden wird, nicht mehr so viel in Quarantäne gehen, werden immer mehr Schülerinnen und Schüler infiziert sein und dann ausfallen. Ich hatte noch keinen Kollegen, der positiv getestet worden ist. Ich hoffe, das bleibt auch weiter so. Aber jetzt entwickelt sich dieser Teil-Lockdown – und das sagt ja auch Frau Merkel – nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten.“

Tempel würde gerne agieren, sagt er, stattdessen kann er immer nur reagieren. 

O-Ton Andreas Tempel   “Das ist alles nicht sehr lernförderlich. Wir mussten Klassen in Quarantäne schicken, ganze Jahrgänge in Quarantäne schicken. Auch dieses Hin und Her, wo lerne ich denn jetzt eigentlich gerade? Und da habe ich den Lehrer als Ansprechpartner, weil der vielleicht gerade in Quarantäne ist, nicht zur Verfügung. Das ist alles kein lernförderliches Klima.“ 

Was fehlt ist ein einheitliches System. Mal wird es so, mal so gehandhabt. Tempel, der auch Sprecher der Solinger Gesamtschulen ist, plädiert für ein hybrides Unterrichtsmodell. Angelehnt an Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, um Schulschließungen zu vermeiden. Seine Forderung: 

O-Ton Andreas Tempel Schulleiter Alexander-Coppel-Gesamtschule Solingen “ Mindestens, wenn man einen bestimmten Inzidenzwert hat, einzuführen,…