Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt Deutschland in der Bekämpfung der Coronavirus-Krise ein gutes Zeugnis aus. Sowohl im Gesundheitssystem als auch bei den Hilfen für die Wirtschaft sei früh und energisch vorgegangen worden, teilt der IWF mit. Deutschland schlage sich deswegen konjunkturell besser als andere Staaten in Europa.

»Insgesamt wird die deutsche Wirtschaft 2020 um rund fünfeinhalb Prozent schrumpfen«, schätzt der IWF. Das wäre trotzdem noch eine der schwersten Rezessionen in der Nachkriegszeit. Nächstes Jahr werde es dann aber eine Erholung geben. Das Vorkrisenniveau dürfte frühestens 2022 wieder erreicht werden.

Zuletzt hatte der IWF Deutschland für dieses Jahr noch ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt von sechs Prozent vorausgesagt, bei einem Wachstum von 4,2 Prozent in 2021. Die verbesserte Prognose könne sich aber leicht wieder ändern, schränkt der Währungsfonds ein. Sollte eine zweite Welle an Infektionen nicht unter Kontrolle gebracht werden, drohe ein längerer Shutdown als bislang geplant. Hinzu kämen Risiken bei einem harten Brexit und neuen Handelsstreitigkeiten.

Der IWF analysiert regelmäßig die Wirtschaftspolitik zahlreicher Länder und spricht dabei auch Empfehlungen aus. Deutschland rät der Fonds, seine wegen der Corona-Krise lockere Finanzpolitik fortzusetzen, bis es Belege für eine nachhaltige Erholung gebe.

Großzügigkeit wichtiger als einige Zombie-Firmen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat mehrfach betont, nicht zu früh die Finanzpolitik wieder ändern zu wollen. Für 2021 kalkuliert er bislang mit einer Neuverschuldung von gut 96 Milliarden Euro – der zweithöchsten überhaupt. Dafür muss er noch einmal die Ausnahmeregelung von der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse in Anspruch nehmen.

IWF-Experte Shekhar Aiyar schätzt, die deutsche Schuldenlast werde durch die Krise von rund 60 auf über 70 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. »Danach wird sie ziemlich schnell aber wieder zurückgehen.«

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