Kennen Sie Anton Lehmann oder Tobias Schneider? Sie haben als junge Studenten den Lockdown im Winter 2020 überstanden. Das ist schon lange her. Im Moment machen die beiden Corona-Veteranen weltweit von sich reden. Sie sind um die 80 Jahre alt und erzählen uns, ihren Enkeln, wie sich die schicksalhaften Lockdown-Monate angefühlt haben. Die Krise mühelos zu überwinden, war für sie kinderleicht. Sie mussten nicht viel dafür tun. Oder besser: Sie haben nichts getan. Im Videoclip #besonderehelden der Bundesregierung geben sie nostalgisch Tipps aus der Zukunft. 1. Zu Hause bleiben. 2. Mut zur Faulheit. 3. Auf dem Sofa lümmeln, Hähnchen-Schenkel im Bett essen, kalte Raviolis beim Zocken am Computer verdrücken. Oder in Anton Lehmanns Worten: „faul wie die Waschbären“ sein.

Corona-Videos ernten Häme und Beifall

Aus den phlegmatischen Studis der Pandemie sind später altgediente Grauschläfen der „Waffe Geduld“ geworden. Arriviert, elegant, in Würde gealtert, führen sie ihr Leben in gedimmten Wohnzimmern, hinter gediegenen Gardinen und sitzen entspannt auf Polstermöbeln im Retro-Stil – so stellen es die kurzen Filme dar. Eine asiatische Stubenhockerin ist übrigens auch mit von der Partie im partylosen Lümmelleben, sie trägt den gar nicht asiatischen Namen Louise Lehmann.

Die Strahlkraft der Clips ist beeindruckend groß und reicht sogar bis Nordamerika. Kein Geringerer als Justin Trudeau, Kanadas Premierminister, retweetet begeistert die Video-Clips der Bundesregierung, die es inzwischen auch mit englischen Untertiteln gibt. 

Die französische Rundfunkanstalt France 24 nahm #besonderehelden in ihre Bestenliste der „cleveren Covid-19 Werbevideos“ auf und sogar die New York Times erwähnte sie in ihrem Podcast „The Daily“ in der Episode „Warum in Europa die Kurve abflacht“. Die altehrwürdige BBC bewirbt sie ebenfalls auf ihrer Internetseite und wundert sich über den erstaunlichen Humor der Deutschen. Auch Politikerinnen wie die Sozialdemokratin Sawsan…