Bei den Protesten gegen die Corona-Politik hat die Polizei bis zum frühen Nachmittag etwa 190 Personen vorläufig festgenommen. Zwei der Festgenommenen seien direkt einem Richter vorgeführt worden. Neun Polizisten wurden demnach im Einsatz verletzt. Mit einer Bilanz rechnet die Polizei nicht vor Donnerstag.

Die Beamten versuchten am Nachmittag, langsam mit Wasserwerfern vorzurücken, um den Platz vor dem Brandenburger Tor zu räumen, so die Behörde. Die Demonstranten seien »absolut hartnäckig«. Die Auflösung des Protests brauche Zeit, da zum Beispiel auch Kinder vor Ort seien. »Es geht nur langsam, nicht martialisch.«

Die Polizei setzte insgesamt fünf Wasserwerfer ein. Dazu schrieb sie auf Twitter von »Sprühnebel« – der Wasserstrahl sei schräg über der Menge hinweg ausgerichtet worden, um diese zum Abzug zu bewegen. Inzwischen lösen sich die Versammlungen allmählich auf. Zahlreiche Menschen weigerten sich jedoch auch trotz mehrfacher Aufforderung der Polizei, den Versammlungsort zu verlassen, so die Behörde. Polizisten versuchen weiterhin, Demonstranten abzudrängen, und setzen dazu mitunter Pfefferspray ein.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) verteidigte den Einsatz von Wasserwerfern bei der Demonstration als notwendig. »Erkennbar war das deutliche Ziel der Demonstrierenden, die Regeln zu brechen und zum Reichstag zu kommen«, sagte er. Die Polizei habe sich korrekt verhalten und alle Aktionen angekündigt.

Er habe eigentlich den Einsatz von Wasserwerfern vermeiden wollen, um zu deeskalieren, so Geisel. »Heute hatten wir aber keine andere Wahl, als mit diesen technischen Mitteln den Platz vor dem Brandenburger Tor zu räumen.« Die Polizei habe die Wasserwerfer mit Augenmaß eingesetzt, sagte Geisel. Bei den Protesten habe es eine »aggressive Stimmung« gegeben, »Extremisten haben auch heute die Demo übernommen und versucht, andere Versammlungsteilnehmer zu instrumentalisieren«.

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