Die ersten acht Minuten schienen noch nach Plan zu verlaufen. Dann kam die am Dienstagmorgen (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana gestartete »Vega«-Rakete vom Kurs ab. Betreiber Arianespace sprach später von einer »Anomalie« in der Flugbahn, der zum Verlust der Mission führte.

Es ist der zweite Fehlstart: Im Sommer 2019 zerbrach eine »Vega«-Rakete kurz nach dem Start in zwei Teile. Wahrscheinlicher Grund war ein Defekt im Triebwerk in der zweiten Raketenstufe. Es war der erste Fehlstart einer »Vega« überhaupt. Ein zweiter Absturz in so kurzer Zeit wirft die Frage auf, ob womöglich etwas mit der Konstruktion der Rakete nicht stimmt. Doch das weist Arianespace von sich.

Satelliten an Bord sind zerstört

»Wir sind in einer Situation, die nichts mit dem vorigen Fehlstart zu tun hat«, sagte Arianespace-Chef Stéphane Israël in einer Telefonkonferenz. »Der vorige Fehlstart geht auf einen Designfehler zurück«, erklärte er. Dieses Mal sei die Situation eine andere.

Der Technikchef von Arianespace, Roland Lagier, sprach von einem Problem bei der Produktionsqualität und einer »Reihe menschlicher Fehler«. Man habe nach der ersten Zündung des Triebwerks der Oberstufe eine Abweichung der Flugbahn festgestellt. Dieser Kontrollverlust sei dauerhaft gewesen. Auslöser sei eine Kabelverwechslung beim Bau der Rakete gewesen.

Die Trägerrakete zerbrach in der Atmosphäre in zwei Teile, bevor sie in den Atlantik stürzte. Die beiden Satelliten, die sie ins All bringen sollte, wurden dabei zerstört. Arianespace und die Europäische Weltraumorganisation (Esa) kündigten an, eine unabhängige Kommission mit einer Untersuchung zu beauftragten, in der auch geklärt werden soll, warum der Fehler nicht früher aufgefallen war.

Die Rakete »Vega« sollte den ersten spanischen Erdbeobachtungssatelliten für die Esa und Spanien ins All bringen. Außerdem war der Satellit Taranis an Bord der Rakete, der zur Beobachtung elektromagnetischer Strahlungs- und…