Die Bundesanwaltschaft forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Rechtsextremisten, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und anschließende Sicherungsverwahrung für den geständigen Attentäter von Halle.

„Bemerkenswerte emotionale Kälte“

Das ist die schärfste Strafe, die ein deutsches Gericht verhängen kann. „Es ist selten, dass diese ganze Härte des Rechtsstaats notwendig wird, wir meinen aber, dass dies ein Fall ist, in dem das angemessen ist“, sagte Bundesanwalt Kai Lohse nach seinem Schlussplädoyer. „Es handelt sich um eine grauenhafte Tat.“ Der Angeklagte habe die Taten zwar im Wesentlichen gestanden, dabei aber eine „bemerkenswerte emotionale Kälte“ und nicht „auch nur einen Anflug von Reue“ gezeigt.

Bundesanwalt Kai Lohse forderte die schärfste Strafe, die ein deutsches Gericht verhängen kann

Der Anschlag sei ein „Alptraum“ gewesen und eine der „widerwärtigsten antisemitischen Akte seit dem Zweiten Weltkrieg“. In ihrem mehrstündigen Schlussvortrag gingen Lohse und zwei seiner Kollegen den Anschlag, seine Vorbereitung und den Prozess noch einmal Punkt für Punkt durch. Sie beantragten, den Angeklagten wegen zweifachen Mordes, versuchten Mordes in 67 Fällen sowie versuchter räuberischer Erpressung, Volksverhetzung und friedensgefährdender Hetze schuldig zu sprechen. Der Angeklagte nahm die Forderung im Plädoyer weitestgehend ausdruckslos auf.

Täter versuchte 51 Menschen zu töten

Der 28-jährige Deutsche Stephan B. hatte in dem Prozess gestanden, dass er am 9. Oktober 2019 versucht hatte, die 51 Menschen zu töten, die in der Synagoge von Halle den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Als er an der massiven Tür scheiterte, erschoss der Täter eine Passantin, später einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss und verletzte weitere Menschen. B. begründete die Taten mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien.

Der Täter Stephan B. am zweiten Prozesstag in Magdeburg

Seit Juli läuft der…