Nach dem Einbruch im Grünen Gewölbe in Dresden laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Drei mutmaßliche Täter wurden jetzt festgenommen, nach zwei weiteren wird gefahndet. Doch können die Diebe die wertvollen Juwelen überhaupt zu Geld machen? Expertin Amelie Ebbinghaus von Art Loss, derweltgrößte Datenbank für gestohlene Kunst, ist da skeptisch.

Deutsche Welle: Frau Ebbinghaus, haben Sie die geraubten Kunstschätze aus dem Grünen Gewölbe in Dresden auch schon aufgenommen?

Amelie Ebbinghaus: Ja, die haben wir natürlich direkt nach dem Diebstahl aufgenommen.

Wie funktioniert so eine Datenbank?

Unsere Datenbank umfasst heute etwa 700.000 gestohlene Objekte, darunter auch Nazi-Raubkunst, Schmuck, Kunst, Uhren, alles Mögliche. Wir suchen nach diesen Gegenständen aktiv, vor allem im Kunstmarkt. Das heißt, wir prüfen Objekte, die in Auktionshäusern angeboten werden, auf Kunst- und Schmuckmessen. Im Bereich Schmuck und Uhren arbeiten wir aber auch mit Pfandleihern oder mit Second-Hand- oder Vintage-Schmuckhändlern zusammen und prüfen die Objekte, die sie angeboten bekommen. Wir gehen aber nicht wie die Polizei investigativ und proaktiv auf die Suche. Insofern haben wir die Dresdner Objekte zwar in unserer Datenbank, aber diese werden vermutlich eher von der Polizei gefunden als von uns, da solche Stücke in absehbarer Zeit kaum in den Markt gelangen werden.

In Dresden sind hochwertige Schmuckstücke weggekommen, allesamt Unikate. Was, wenn die Täter den Schmuck zerlegen, um ihn in Einzelteilen zu Geld zu machen?

Dann ist es für uns als Datenbank kaum noch aufzufinden. Allerdings ist es nicht so einfach, solche Teile, auch zerlegt, auf den Markt zu bringen. Sie können natürlich den Schmuck einschmelzen, die Steine umschleifen usw. Mit dem alten Schliff werden Leute, die was davon verstehen, die Steine sofort wiedererkennen. Wenn Sie sie umschleifen, verlieren Sie Material und damit auch Wert.

Normalerweise werden solche Steine mit…