Zum Jahreswechsel haben bisher 104 Gas-Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 7,1 Prozent angekündigt. Das ergibt eine Analyse des Verbraucherportals Verivox. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das Mehrkosten in Höhe von rund 100 Euro pro Jahr. Nur zwei Versorger wollen ihre Preise senken.

Grund für den Kostenschub ist außer höheren Gasnetzgebühren vor allem der neue CO2-Preis: Ab Januar 2021 werden Unternehmen aus den Bereichen Wärme und Verkehr verpflichtet, Verschmutzungsrechte für die von ihnen in Umlauf gebrachte Energie zu kaufen. Pro Tonne werden zunächst 25 Euro fällig.

Die höchsten Preissteigerungen gibt es in Berlin (9,7 Prozent), Rheinland-Pfalz (8,9 Prozent) und Bayern (7,7 Prozent). Wie stark die Kosten in Ihrem Bundesland zulegen, entnehmen Sie folgender Karte:

»Wir stehen am Anfang einer Gaspreiswelle«, sagt Thorsten Storck, Energieexperte von Verivox. »Durch den neuen CO2-Preis kommen viele Versorger in Zugzwang, die Mehrkosten an ihre Kunden weiterzureichen.« Da der CO2-Preis in den kommenden Jahren zunächst weiter steigen soll, müssen sich Verbraucher wohl mittelfristig auf weiter Preisrunden einstellen.

Strom- und Gasanbieter haben noch bis zum 20. November Zeit, Preisänderungen an ihre Kunden weiterzugeben. Wer ein solches Schreiben erhält, hat ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, Verbraucher können in der Regel ohne Einhaltung einer Frist aus dem Vertrag und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Das kann sich lohnen. Wer noch im Grundversorgungstarif steckt, zahlt bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden 1464 Euro pro Jahr. In einem günstigeren Tarif können Verbraucher teils mehrere hundert Euro sparen.

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