Ein Eisbär an der Hudson Bay im Nordosten Kanadas. Seit Wochen warten die Tiere darauf, dass sich das winterliche Meereis bildet, damit sie sich auf die Jagd nach Ringelrobben machen können.  Eisbären brauchen das Meereis als Jagdrevier, so lauern sie etwa  in der Nähe von Löchern im Eis darauf, dass Beutetiere nach Luft schnappen. Wenn das Eis wegbleibt, sind die Tiere an Land. Und dort werden sie zur Gefahr für die Menschen. 

O-Ton Geoff York Senior Direktor Polar Bears International 

„Während sich die Arktis weiter erwärmt und das Eis schmilzt, sehen wir mehr Bären an der Küste und an mehr Orten und über einen längeren Zeitraum. Gleichzeitig erlaubt der neue offene Ozean mehr Menschen, in die Arktis zu kommen. Und so schaffen wir ein perfektes Szenario für ein verstärktes Zusammentreffen von  Mensch und Bär – und einen Konflikt.“ 

Die gemeinnützige Organisation, Polar Bears International, die sich für den Erhalt der Eisbären einsetzt, überwacht schon länger die Aktivität der Tiere. Ein neues Radarsystem soll nun verhindern, dass Eisbären zu nah an die Menschen herankommen. 

O-Ton Geoff York: „Das Projekt untersucht, ob dieses für militärische und sicherheitstechnische Zwecke konzipierte Radarsystem auch Eisbären erkennen kann, die möglicherweise in einen Ort kommen. Noch dazu in der Nacht oder bei Schneestürmen. Das Radargerät sieht durch alles hindurch. Deswegen haben wir in den letzten Jahren die Grundlagen getestet. Erkennt das System zuverlässig auch Bären und wie hoch ist die Erkennungsrate?“ 

Seit einem Jahr trainieren die Forscher mit Hilfe  künstlicher Intelligenz das System darauf, bärenähnliche Lebewesen automatisch von den Eisbären zu unterscheiden.  

O-Ton Geoff York „Wir gehen physisch an die Dinge ran und markieren, was das Radar aufspürt. In dem wir sagen, oh ja, das ist ein Karibu, das ist ein Eisbär, das ist ein Tundra-Buggy, das ist ein Mensch. Im Laufe der Zeit wird das System in der Lage…