Die Türkei hat wieder strengere Regeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlassen. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte landesweite Ausgangsbeschränkungen für die Wochenenden an. Sie gelten zwischen 20 Uhr abends und 10 Uhr am nächsten Morgen.

Der Unterricht in Schulen wird wieder auf Online-Angebote umgestellt. Zudem dürfen Restaurants und Cafés nur noch Lieferdienste anbieten.

Besondere Beschränkungen sollen für junge Menschen unter 20 Jahren und Ältere über 65 Jahren gelten, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den türkischen Präsidenten. Details sollen demnächst vom Innenministerium bekannt gegeben werden.

Erdogan begründete die Verschärfungen mit einem „ernsthaften“ Anstieg der Fallzahlen in mehreren Städten wie der Millionenmetropole Istanbul. Wie schwer das 83-Millionen-Land betroffen ist, lässt sich schwer einschätzen. Die Regierung gibt nur die tägliche Zahl der Infizierten mit Symptomen an. Etwa 11.000 Menschen sind nach offiziellen Angaben bislang an oder mit Covid-19 gestorben.

Letzter Lockdown von April bis Mai

Die Türkei hatte das öffentliche Leben im April und Mai wegen der Verbreitung des Virus eingeschränkt. Es gab Ausgangssperren an Wochenenden und Reisebeschränkungen. Anfang Juni wurden die Maßnahmen weitestgehend aufgehoben. Wie in anderen Ländern hat sich die Lage inzwischen wieder verschlimmert. Die Bundesregierung setzte im Oktober eine Reisewarnung für die gesamte Türkei wieder in Kraft.

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