Bulgarien hat wegen eines Streits mit Nordmazedonien um Geschichte und Sprache den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit seinem Nachbarland blockiert. »Bulgarien kann auf dieser Etappe den Entwurf eines Verhandlungsrahmens mit der Republik Nordmazedonien nicht unterstützen«, sagte Außenministerin Ekaterina Sachariewa nach einer EU-Videokonferenz auf Ministerebene.

Bulgarien bemängelt nun, dass Skopje einen 2017 unterzeichneten bilateralen Vertrag nicht einhält. Deswegen besteht Sofia darauf, dass die Einhaltung dieses Vertrages im Verhandlungsrahmen festgeschrieben werden soll.

»Wenn Verhandlungen geführt werden, sind zwei Seiten notwendig«

Bulgarien sei »immer offen«, die Gespräche mit Skopje fortzusetzen und Lösungen zu finden, betonte Sachariewa. »Wenn Verhandlungen geführt werden, sind zwei Seiten notwendig«, sagte sie. Im bulgarischen Staatsfernsehen sagte die Ministerin zuvor: »Die Republik Nordmazedonien wird dann einen Platz in der Europäischen Union haben, wenn sie vorbereitet ist. Zu diesem Zeitpunkt befindet Bulgarien, dass sie nicht vorbereitet ist.«

Bei dem Streit zwischen den beiden Nachbarländern auf dem Balkan geht es um die teils gemeinsame Geschichte, wobei Bulgarien einen »Diebstahl von Geschichte« seitens Nordmazedonien beklagt. Zudem weigert sich Bulgarien, die mazedonische Sprache als eigenständig anzuerkennen, da Sofia sie für einen bulgarischen Dialekt hält.

Teil des Streits ist außerdem die Namensänderung Nordmazedoniens. Bulgarien besteht darauf, dass der neue Name »Republik Nordmazedonien« in seiner vollen Länge benutzt wird, weil Nordmazedonien der Teil des geografischen Gebiets Mazedonien sei, der von Bulgarien sei.

Icon: Der Spiegel