Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump nochmals eindringlich aufgerufen, die Übergabe der Regierungsgeschäfte einzuleiten. Es könnten noch mehr Menschen sterben, „wenn wir uns nicht koordinieren“, sagte Biden in seiner Heimatstadt Wilmington mit Blick auf die Corona-Pandemie. So müsse bereits jetzt geplant werden, wie ein künftiger Impfstoff gegen das Coronavirus verteilt werde. „Das ist ein riesiges, riesiges Unterfangen“, betonte der 77-jährige Demokrat angesichts der 330 Millionen Einwohner. Wenn sein Team mit den entsprechenden Vorbereitungen bis zur Amtsübernahme am 20. Januar warten müsse, „verlieren wir einen Monat, eineinhalb Monate“. Deswegen müsse die Trump-Regierung „jetzt“ oder „so schnell wie möglich“ mit seinem Übergangsteam zusammenarbeiten.

Eine Corona-Teststation in Niles im US-Bundesstaat Illinois

In den USA breitet sich das Coronavirus derzeit rasant aus. Inzwischen wurden mehr als elf Millionen Infektionen und mehr als 246.000 Todesopfer im Zusammenhang mit COVID-19 bestätigt – die höchsten Zahlen weltweit. Große Hoffnungen ruhen auch in den USA auf künftigen Impfstoffen. Nachdem in der vergangenen Woche das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer einen Erfolg gemeldet hatten, erklärte am Montag das US-Biotech-Unternehmen Moderna, sein Impfstoffkandidat sei zu fast 95 Prozent wirksam.

Der Republikaner Trump weigert sich jedoch nach wie vor, den Sieg Bidens bei der Präsidentschaftswahl anzuerkennen. Er und seine Parteifreunde haben Klagen gegen das Wahlergebnis in einigen Bundesstaaten angestrengt. Seine Regierung hat deshalb auch die gesetzlich vorgesehene geordnete Amtsübergabe (Transition) noch nicht eingeleitet. Dadurch bekämen Biden und sein Team schon vor der offiziellen Amtsübergabe im Januar Zugang zu Ministerien, Behörden und vertraulichen Informationen. 

Amtsinhaber Donald Trump hat bislang keine Beweise für Wahlfälschung vorgelegt

Trumps Blockadehaltung ist auch in…