Die Frauen des FC Bayern München feierten am vergangenen Wochenende einen dominanten und souveränen 4:1-Sieg gegen den amtierenden Meister VfL Wolfsburg. Es sieht nach einer Wachablösung in der Frauen-Bundesliga aus – zumindest auf den ersten Blick. Es sind allerdings noch 13 Spiele zu bestreiten. Und in der Vergangenheit gab es immer wieder Beispiele, dass selbst ein großer Punktvorsprung wegschmelzen kann. Dennoch: Dieses Ergebnis sollten alle ernst nehmen.

Die Mannschaft von Trainer Jens Scheuer hat ihren Job schon lange sehr seriös ausgeführt. Aber dieser Erfolg ist riesig und bemerkenswert. Das Münchner Team hat mit Qualitäten beeindruckt, die man eigentlich den Wolfsburgerinnen zugeschrieben hätte: Eiskalte Effektivität, Ruhe unter Druck und ein eindrucksvolles Selbstvertrauen waren die Merkmale ihres Erfolgs. Die Gäste aus Wolfsburg zeigten in der ersten Hälfte zwar den spielerisch besseren Fußball und liefen immer wieder auf das Tor der Münchnerinnen zu. Aber der FC Bayern schlug dann wie aus dem Nichts und scheinbar mühelos zu. Das ist genau die Qualität, die nötig ist, um einen Meistertitel zu gewinnen. „In Anbetracht unserer Herangehensweise, unserer Mentalität und unserer Chancenverwertung war das das beste Spiel der laufenden Saison“, sagte Scheuer. 

Was der Sieg für den FC Bayern bedeutet

Die Münchenerinnen haben haben derzeit mehr qualitativ hochwertige Tiefe im Kader als alle anderen Klubs in der Liga. Zwar sind starke Spielerinnen wie Jovana Damnjanovic und Giulia Gwinn verletzt und fallen aus, dennoch konnte Scheuer mit den gestandenen Nationalspielerinnen Carolin Simon, Linda Dallmann und Lea Schüller gegen Wolfsburg Weltklasse-Qualität aufbieten. Diese personellen Möglichkeiten machen den großen Unterschied aus, um weiter nach vorne zu kommen. Die Tabellenführung erhöht natürlich den Druck auf die Spielrinnen – und es stellt sich die Frage, wie sie damit umgehen. Denn auch die Champions League beginnt und der Zeitplan wird immer…