Im Jahr 2019 bekam das Oberste Gericht der Niederlande als erste gerichtliche Instanz die Kompetenz zugeschrieben, die Regierung im Rahmen ihrer Menschenrechtsverpflichtungen zu klimaschützenden Maßnahmen in die Verantwortung zu nehmen. Das war eine historische Entscheidung. Auf der ganzen Welt sind nun hunderte ähnlich gelagerte Gerichtsverfahren anhängig, die dem ursprünglich 2013 eingereichten, niederländischen Vorbild folgen.

In jüngster Vergangenheit haben Aktivisten aus Portugal eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gegen 33 Industrienationen eingereicht. Sie werfen den Ländern vor, nicht genug gegen die Senkung von Emissionen getan zu haben.

Filmemacher Andreas Veiel hat gemeinsam mit Jutta Doberstein das Drehbuch geschrieben

Ein Film über Deutschlands Klimapolitik

Ein neuer deutscher Fernsehfilm mit dem Titel „Ökozid“ erzählt von einem ähnlichen fiktiven Fall im Jahr 2034: Ein Verbund von 31 Ländern aus dem Globalen Süden klagt gegen die Bundesrepublik Deutschland.

Der Internationale Gerichtshof soll ermitteln, ob Deutschland aufgrund fehlender Maßnahmen gegen den Klimawandel gegen die Verpflichtung verstoßen hat, das Recht auf Leben zu schützen.

Vor diesem fiktionalen Setting macht sich Filmemacher Andreas Veiel auf in Deutschlands Umweltpolitik der Jahre 1998 bis 2020. Veiel sei für das Filmprojekt, das sich auch als Antwort auf den bedenklich heißen Sommer 2018 versteht, in eine „sehr ausführlich betriebene Fakten-Recherche über die deutsche Klimaschutzpolitik“ eingestiegen, sagte der Regisseur im DW-Interview.

Veiels frühere Filme „Black Box BRD“ und „Beuys“

Der Filmemacher ist in Deutschland für seine tiefgehenden Recherchen bekannt. In seinem Dokumentarfilm „Black Box BRD“ kontrastiert er zwei gegensätzliche Biografien miteinander: Es geht um den ermordeten Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Alfred Herrhausen, der 1989 durch ein Bombenattentat auf sein Auto ermordet wurde und um den Hauptverdächtigen,…