Von 14 Uhr an will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über die Maßnahmen im Kamp gegen das Coronavirus reden. Doch im Vorfeld der Videokonferenz gibt es Ärger. Nach SPIEGEL-Informationen zeigten sich Länderchefs aller Parteien in einer Vorbesprechung empört über die Beschlussvorlage des Kanzleramts für die Runde. Diese entspreche nicht den vorherigen Absprachen, lautete demnach der Tenor.

Nach den vorbereitenden Gesprächen der Staatskanzleichefs mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) waren die Ministerpräsidenten davon ausgegangen, dass am Montag keine weiterreichenden Entscheidungen getroffen werden. Das Papier aus dem Kanzleramt sah diese aber vor.

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) schrieb bei Twitter, der Vorschlag sei mit den Ländern nicht „besprochen oder abgestimmt“. Das Vorgehen des Kanzleramts führe zu „Verunsicherung anstatt zur gemeinsamen Orientierung für die Bevölkerung“.

„Die Stimmung in der Vorbesprechung ist sehr schlecht“, hieß es aus einem unionsregierten Bundesland. Demnach zeigte sich in der Vorberatung der Länder unter anderem der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sehr unzufrieden. Thüringens Linke-Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte laut Teilnehmern, die Länder seien doch „keine nachgeordnete Dienststelle des Kanzleramts“.

Entgegen der Vorlage aus dem Kanzleramt sollen nun aller Voraussicht nach keine schärferen Schritte für die Schulen beschlossen werden. Stattdessen sollen die Länder bis zur kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden können.

Im ursprünglichen Papier des Bundes für die Beratungen waren auch für die Schulen schärfere Maßnahmen vorgesehen. So sollte das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schüler aller Jahrgänge und für Lehrer auf dem Schulgelände und während des Unterrichts vorgeschrieben werden. Ausnahmslos sollten demnach zudem feste Gruppen von Schülern gebildet…