Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat ein Konzept für die Weiterentwicklung der Corona-Warn-App vorgelegt. Nutzer sollen demnach künftig mehrmals am Tag über mögliche Risikobegegnungen informiert und im Falle eines positiven Corona-Befundes mehrfach aufgefordert werden, ihr Testergebnis mit anderen Anwendern zu teilen.

Das geht aus einem »Bericht zur Weiterentwicklung« der App hervor, den Spahn im Vorfeld der Corona-Beratungen im Kanzleramt vorgelegt hat. Das Papier liegt dem SPIEGEL vor. Am Nachmittag will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten (mehr dazu lesen Sie hier).

Bisher war über die Corona-Warn-App nur eine einzige Überprüfung auf Risikobegegnungen binnen 24 Stunden möglich. Diese Limitation sei aufgehoben worden, nach derzeitigem Stand könne der Risikostatus bereits sechsmal täglich überprüft werden, wie es in dem Papier heißt. Das ist wichtig, da mit der App durch schnelle Information von möglicherweise Infizierten weitere Ansteckungen unterbunden werden sollen.

Nach einem noch unveröffentlichten Sachstandsbericht des Ministeriums wurden bei der Corona-Warn-App inzwischen rund 22,4 Millionen Downloads verzeichnet, in den vergangenen zwei Wochen durchschnittlich rund 99.000 pro Tag. Mit den schnell ansteigenden Infektionszahlen gab es einen neuen starken Anstieg der Downloads um mehrere Millionen.

Zu wenige App-Nutzer melden ihre Infektion

Allerdings nutzen viele Anwenderinnen die App bislang nur passiv. Sie lassen sich vor möglichen Risikokontakten warnen, geben ihren eigenen Positivbefund aber nicht ein – und warnen damit ihre Kontakte nicht. Zuletzt vermerkten im Wochenschnitt nur rund 2200 Nutzer ihren Positivbefund in der App, an Spitzentagen sind es bis zu 3000. Angesichts der aktuellen Infektionszahlen ist auch das allerdings nur ein Bruchteil der Neuinfizierten.

Daher soll künftig eine »Erinnerungsfunktion« in die Anwendung eingebaut werden. »Die…