Kindergärten und Schulen möglichst offen halten: Das ist das erklärte Ziel von Bund und Ländern für den Corona-Winter. Denn geschlossene Einrichtungen ziehen einen ganzen Rattenschwanz negativer Folgen nach sich. Wie gut Kinder lernen, bleibt dann vor allem an den Eltern hängen, die unfreiwillig zu Lehrern werden – zulasten ihrer Berufstätigkeit. Die Lernniveaus der Kinder drohen derweil weit auseinanderzuklaffen, je nachdem, wie viel Zeit Mama und Papa für die Schulstunde zu Hause aufbringen können.

Angesichts der hohen Infektionszahlen bleibt jedoch fraglich, unter welchen Bedingungen Schulen weiter geöffnet bleiben. Zwar zeichnet sich inzwischen ein erster positiver Trend ab – so verharrt die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen weiter auf hohem Niveau – doch das Wachstum hat sich merklich abgeschwächt.

Kann noch etwas den Regelunterricht retten?

Grund zur Erleichterung ist das für die Kanzlerin allerdings offenbar nicht. »Die Zahlen stabilisieren sich etwas. Aber zu langsam«, sagte Angela Merkel während einer Sitzung des CDU-Präsidiums laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Eine Beschlussvorlage bringt bereits mehrere Maßnahmen ins Spiel, die den Regelunterricht retten sollen. Übertriebene Vorsicht?

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auch bei Kindern deutlich gestiegen. Das geht aus einer Präsentation des Robert Koch-Instituts hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Demnach wurden in der ersten Novemberwoche mehr als 10.400 Corona-Infektionen bei Kindern unter 14 Jahren gemeldet. Wie sich die Situation seitdem entwickelt hat, ist unklar. Neuere Daten werden erst am Dienstag erwartet.

Zum Vergleich: Anfang September wurden pro Woche noch weniger als 1000 Infektionen bei Kindern unter 14 Jahren gemeldet. Pro Woche betrachtet hat sich die Zahl der Infektionen bei Kindern also verzehnfacht. Die Zahlen bereiten Experten beim RKI Sorgen und könnten mitentscheiden, ob sich Bund und Länder für eine…