In ihrer verbleibenden Amtszeit will die Regierung des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump noch den Beginn der Förderung von Öl und Erdgas in einem arktischen Naturschutzgebiet in Alaska ankurbeln. Das Innenministerium veröffentlichte einen Aufruf an Öl- und Gasfirmen, innerhalb von 30 Tagen Gebote für die Verpachtung der Bohrrechte abzugeben. Der Schritt erfolgt rund zwei Monate vor dem Amtsantritt des neugewählten Präsidenten Joe Biden, der gegen Erdöl- und Erdgasbohrungen in der Region ist.

Bei dem Gebiet handelt es sich um das Arctic National Wildlife Refuge im Nordosten des Bundesstaats. Das Naturschutzgebiet umfasst insgesamt rund 80.000 Quadratkilometer, was mehr als der Fläche Bayerns entspricht. In dem Naturschutzgebiet werden erhebliche Rohstoffvorkommen vermutet; über eine mögliche Ausbeutung wird seit Jahrzehnten gestritten.

Die Unternehmen haben innerhalb des nächsten Monats Zeit, ihr Interesse an bestimmten Parzellen in einem knapp 650.000 Hektar großen Gebiet anzumelden. Das ist eine Vorstufe für eine spätere Versteigerung der Bohrlizenzen. Das entsprechende Dokument soll am Dienstag offiziell veröffentlicht werden.

Das Innenministerium hatte im August grünes Licht für Bohrungen in der Küstenregion im Norden des Bundesstaats Alaska gegeben, die Heimat für Eisbären, Rentiere und viele andere Tiere ist. Das sorgte umgehend für scharfe Kritik von Umweltschützern. Zunächst sollen bis zu acht Prozent des Naturschutzgebietes für Bohrungen genutzt werden können, wie das Innenministerium erklärt hatte.

Der US-Kongress hatte vor drei Jahren grundsätzlich Bohrungen in dem Naturschutzgebiet genehmigt. Damals hatten Trumps Republikaner die Mehrheit in beiden Kongresskammern. Seit Anfang 2019 haben die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Trumps Regierung machte den Weg für Bohrungen 2017 mit einer Gesetzesänderung frei.

Trump ist ein erklärter Klima-Skeptiker und Förderer der heimischen Erdölindustrie. In seiner Amtszeit hat er…