Es ist nachmittags, als Julie Dimperio Holowach etwa 20 Meter vom Strand entfernt erst unter die Wasseroberfläche gezogen und kurz darauf durch die Luft geschleudert wird. Dabei stößt die Frau Schreie des Entsetzens aus. Ein Augenzeuge sagt später, er habe in der ersten Aufregung an einen Unfall mit einer Bootsschraube gedacht.

Kajakpaddler bringen die Schwerverletzte ans Ufer, wo sie wenig später stirbt. Den Schuldigen machen Mediziner aufgrund eines Zahnfragments am Leichnam aus: Es war ein Weißer Hai, der berüchtigte Räuber der Meere, der Holowach lebensgefährlich verletzt hatte. Als die Meldung in den Medien verbreitet wird, umweht ein Hauch von Steven Spielbergs Gruselschocker „Der weiße Hai“ (1975) den Unglücksort Bailey Island, der zum US-Bundesstaat Maine gehört.

Zugetragen hat sich die Tragödie am 27. Juli dieses Jahres, also mitten in der Badesaison. Um zu verhindern, dass Touristen Reißaus nehmen, betonen Experten sofort die Einzigartigkeit der tödlichen Haiattacke. „So ein Ereignis hat es in Maine noch nie gegeben“, sagte ein Sprecher der Maine Marine Patrol.