Er hatte sie mit der vagen Ankündigung gelockt, vielleicht vorbeizukommen – am Ende aber wurde nicht mehr als ein kleiner Auto-Umweg auf dem Weg zum Golfplatz draus: Mehrere tausend Anhänger von US-Präsident Donald Trump haben sich am Samstag im Zentrum von Washington versammelt, um ihm den Rücken zu stärken. Sie riefen Parolen wie „Vier Jahre mehr!“ und „Wir wollen Trump!“.

Der scheidende Präsident, der nach wie vor seine Wahlniederlage nicht anerkennt, winkte ihnen auf dem Weg zum Golf-Club aus einem gepanzerten Fahrzeug heraus zu. Er hatte am Vortag in Aussicht gestellt, dass er bei den Demonstranten vorbeischauen und seine Fans begrüßen könnte. Nach der Demo kam es vereinzelt zu Schlägereien zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten.

Die Veranstaltung hieß „Million MAGA March“, in Anlehnung an Trumps Wahlkampfmotto „Make America Great Again“. Seine Sprecherin Kayleigh McEnany sprach dann bei Twitter auch ungeniert von einer Million Teilnehmer. Einschätzungen von Beobachtern und Medien reichten dagegen von einigen Tausend bis gut 10.000. Trump selbst verkündete, es seien Hunderttausende gewesen. Fast schon Business as usual: Die Trump-Regierung hatte bereits ihre Amtszeit im Januar 2017 mit absurden Übertreibungen der Teilnehmerzahl bei der Amtseinführung begonnen.

Bewaffnete Trump-Fans festgenommen

Die Polizei von Washington nahm bis zum Nachmittag zehn Teilnehmer der Trump-Demo fest, zumeist wegen Verstößen gegen Waffenregeln, wie der TV-Sender NBC berichtete. Nach Einbruch der Dunkelheit gab es im Zentrum der Stadt einige Zusammenstöße zwischen Trump-Anhängern und Gegendemonstranten, wie auf Videos im Internet zu sehen war.

Redner bei der Demonstration auf der Freedom Plaza unweit des Weißen Hauses hielten sich an Trumps Darstellung, dass ihm der Sieg durch massiven Wahlbetrug genommen worden sei. Sie versprachen, weiterzukämpfen, und beschimpften Medien, die zu Unrecht Biden zum Wahlgewinner erklärt hätten. „Fox News sind…