Der Freistoßballball fliegt lange durch die Luft. Marina Hegering läuft durch, erwischt den Ball volley mit der Fußspitze und drischt ihn aus kurzer Distanz ins Tor zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung (43. Minute). Es ist bereits das vierte Bundesligator in dieser Saison für die Abwehrspielerin, die beim 3:1 (2:0)-Erfolg des FC Bayern München im Topsiel gegen Verfolger und Serienmeister VfL Wolfsburg einmal mehr eine ganz wichtige Rolle spielt.

Erst in diesem Sommer war Hegering von der SGS Essen nach München gewechselt. „Ich habe studiert, eine Ausbildung gemacht oder gearbeitet und habe nebenher in Essen Fußball gespielt“, sagt die Nationalspielerin. „Der Wechsel hat mir ein reines Profi-Dasein ermöglicht und zum ersten Mal verdiene ich jetzt tatsächlich nur mit Fußball mein Geld“, erklärt Hegering im Gespräch mit der DW.

Aus einer harmlosen Verletzung wird eine fünfjährige Pause

Dass Hegering überhaupt noch auf dem Fußballplatz steht, ist erstaunlich. Denn vor zehn Jahren sorgte bei der damals 20-Jährigen eine eigentlich unkomplizierte Verletzung mit schweren Folgen für eine lange Ausszeit in der vielversprechenden Karriere. „Wenn einem das plötzlich einfach weggenommen wird, von einem Tag auf den anderen, dann es ist schwer“, erinnert sich Hegering.

Die Abwehrspielerin hatte gerade mit Deutschland den Titel bei der U20-WM im eigenen Land gewonnen, als die Ferse Probleme machte. Eine Fehlbildung am Knochen sorgte für eine schmerzhafte Entzündung. Eine Operation sollte Abhilfe schaffen, doch die Probleme fingen erst nach dem Eingriff an, bei dem eine knöcherne Beule am Fersenbein entfernt wurde. „Nach der OP ist eine Wundheilungsstörung eingetreten, weil anscheinend noch Materialen von der OP in Gewebe waren“, erzählt Hegering über den Beginn ihrer Leidenszeit.

Hegering: „Ich konnte das nicht akzeptieren“

Durch die Komplikationen nach der Operation fiel Hegering damals auf unbestimmte Zeit aus, es folgte eine Reihe von zusätzlichen Operationen an der…