Als das Telefon von Marcus Rashford am vergangenen Wochenende nach dem Spiel gegen Liverpool klingelte, war Premierminister Boris Johnson dran. Sie hätten ein „gutes Gespräch“ geführt, sagte der Fußballer anschließend – was eine Untertreibung sein dürfte.

Als „absolut unglaublich“ bezeichnete Liverpool-Trainer Jürgen Klopp die Leistung des 23-jährigen Stürmers, der bei Manchester United unter Vertrag steht und in der englischen Nationalmannschaft spielt. Klopp meinte in dem Fall allerdings Rashfords Errungenschaften außerhalb des Platzes.

Zum zweiten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie lenkte die britische Regierung in der vergangenen Woche ein und reagierte mit Hilfen in Millionenhöhe auf eine Kampagne des Spielers. Rashford setzt sich für eine Essensversorgung der ärmsten englischen Schulkinder während der Krise ein, startete eine Petition und schrieb einen Brief an alle Abgeordneten. Fast 1,7 Millionen Kinder sollten demnach in der Pandemie auch während der Ferien in ihren Schulen verpflegt werden. Die Regierung willigte nun ein, mit einem Hilfsprogramm über 170  Millionen Pfund (etwa 189 Mio. Euro) bis März die bedürftigsten Familien zu unterstützen.

Dem Entschluss vorausgegangen war ein Schlagabtausch zwischen Manchesters Nummer 10 und der Regierung in Londons 10, Downing Street. Ein Tory-Abgeordneter hatte befürchtet, mehr kostenlose Schulmahlzeiten würden die Verantwortung der Eltern für ihre Kinder auf den Staat übertragen. Ein anderer hatte erklärt, die Mehrkosten könnten der Währung schaden und wenn die Wirtschaft und das Pfund ruiniert seien, ginge es den Armen erst recht schlecht.

Rashford antwortete auf Twitter: „Die Wirtschaft zahlt schon einen hohen Preis für hungernde Kinder. Wenn Kinder richtig ernährt würden, würden ihre Lernerfolge und ihre Chancen im Leben insgesamt verbessert.“ Er berief sich auf eine ältere Studie des Zerealien-Herstellers Kellogg’s, laut der der englischen Wirtschaft pro Jahr 5,2 Millionen Pfund (etwa 5,8…