Schlusspfiff in Leipzig. Eine gewisse Erleichterung war im Gesicht des Bundestrainers durchaus zu erkennen. Kein Wunder, denn seine Mannschaft hatte erstmals in diesem Jahr zweimal hintereinander ein Länderspiel gewonnen. Und dieses Mal auch noch durch zwei schöne Tore, beide vorbereitet durch den stark spielenden Leon Goretzka. „Es war ein schwieriges Spiel, der Boden war tief. Die Ukraine ist eine spielerisch gute Mannschaft“, sagte Goretzka, der zwei Tore vorbereitet hatte. „In unserer aktuellen Situation helfen nur Siege, das haben wir geschafft, deshalb war es ein gelungener Abend.“

Geld regiert den Fußball

Durch den 3:1-Erfolg gegen die Ukraine steht Deutschland kurz vor dem Gruppensieg in der Nations League. Doch zu welchem Preis? Die Folgen des Duells mit der Ukraine könnten die Nationalspieler noch hart treffen. Denn die Partie stand wegen fünf positiver Corona-Tests bei den Gästen auf der Kippe. Erst vier Stunden vor dem Anpfiff bestätigte die UEFA, dass gespielt werden könne. Oder besser gesagt: müsse.

Das Hauptquartier der UEFA in Nyon

Schließlich ging es auch um eine Menge Geld. Durch die Austragung dieses Spiels fließen knapp 10 Millionen Euro TV-Gelder in die Kasse des DFB, der bei diesem Länderspiel als Veranstalter fungiert. Grundsätzlich ist die 2018 eingeführte Nations League eine gewaltige Einnahmequelle für alle 55 Mitgliedsverbände. Laut dem UEFA Finanzreport 2018/19 stiegen die Erträge mit der Einführung der Nations Leaue auf insgesamt 640 Millionen Euro. Zuvor waren es lediglich 280 Millionen Euro gewesen.

Friedrich Curtius: „Länderspiele sind Lebensversicherung“

Die Verbände sind finanziell abhängig von der UEFA, denn es gibt fixe Ausschüttungen je nach Größe des Verbandes – garantierte Einnahmen also für den DFB und in diesem Fall auch für den ukrainischen Fußballverband (UKR). So hat der Deutsche Fußballverband (DFB) laut Finanzbericht 2019 im vergangenen Jahr rund 60 Millionen Euro aus TV-Vermarktung und Nations League…