Die Totenstadt Sakkara ist heilig und uralt. Sie zählt neben dem Tal der Könige und den Pyramiden von Gizeh zu den wichtigsten archäologischen Grabungsorten in Ägypten. Und sie macht seit einiger Zeit mit spektakulären Funden von sich reden. Denn bereits zum dritten Mal entdeckten Archäologen in Sakkara Sarkophage aus altägyptischer Zeit. Bereits im September und Oktober fanden die Archäologen dort prachtvoll verzierte Särge, die sich in einem erstaunlich guten Zustand befanden, obwohl sie seit rund 2500 Jahren verschlossen waren. Dieses Mal handele es sich um mehr als Hundert versiegelte Särge, sagte der ägyptische Antikenminister Chalid al-Anani am Samstag. Zu dem Fund zählten außerdem noch rund 40 Statuen.

Särge aus der Spätzeit des Alten Ägyptens

Sakkara ist UNESCO Weltkulturerbe

Dem Minister zufolge stammen die Särge aus der Spätzeit des Alten Ägypten vor rund 2500 Jahren und der nachfolgenden ptolemäischen Zeit. Archäologen versprechen sich in Sakkara noch weitere Entdeckungen, wie der Minister sagte. „Sakkara hat erst rund ein Prozent von dem freigegeben, was dort verborgen ist“, sagte Al-Anani. „Wenn wir weiterarbeiten, ist zu erwarten, dass wir weitere Gräber von Menschen und Tieren finden.“ Die Ausgrabungen seien noch lange nicht beendet. Sakkara liegt am Nil südlich von Kairo und diente in pharaonischer Zeit als Friedhof für die Hauptstadt des Reiches Memphis.

Die bei Touristen beliebte Sehenswürdigkeit zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Pyramiden von Sakkara gelten als ein „großes Meisterwerk architektonischen Designs“, wie die Weltorganisation schreibt. Dort liegt auch die berühmte 5000 Jahre alte Stufenpyramide von Pharao Djoser. Ausgestellt werden sollen die Särge unter anderem im Großen Ägyptischen Museum, das derzeit an den Pyramiden von Giseh gebaut wird. Es soll nächstes Jahr für Besucher öffnen und nach Angaben der Betreiber die dann größte archäologische Sammlung der Welt beherbergen.

so/rb (dpa)