James Lankford, republikanischer Senator des Bundesstaats Oklahoma und Mitglied eines wichtigen Aufsichtsausschusses, sagte in einem Podcast-Interview, dass er keine Einwände habe, wenn der designierte Präsident Joe Biden den sogenannten Presidantial Daily Brief erhalte. In dem Briefing werden die wichtigsten Erkenntnisse der US-Geheimdienste gesammelt. Sollte Biden diese Briefings nicht bis Ende der Woche erhalten, so Senator Lankford in dem Podcast, würde er selbst in Aktion treten. Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf das Interview. Als Grund nannte der Republikaner, dass Biden – unabhängig vom Ausgang der Wahl – bereit für einen Amtsantritt sein müsse. Seinen eigenen Angaben zufolge habe er das Thema in der General Services Administration, einer unabhängigen Behörde der Bundesregierung, bereits angestoßen.

Bislang wird Biden der Zugang zu dem Briefing verwehrt. Emily W. Murphy, die von Präsident Trump als Verwalterin der General Services Administration eingesetzt wurde, ist dafür zuständig, den Übergang der Regierungsgeschäfte zu starten und etwa Zugang zu Geheimdienstinformationen zu gewähren. Dafür müsste sie ihn allerdings formell als designierten Präsidenten anerkennen. Bislang argumentiert Murphy, dass die Ergebnisse der Wahl noch nicht klar seien. Am Samstag hatten mehrere Medien, wie in den USA üblich, anhand der bislang abgegeben Stimmen prognostiziert, dass Biden der 46. Präsident der Vereinigten Staaten wird und ihn zum Sieger der Wahl ausgerufen.