Noumouké Sidibé: „Das Davor und das Danach sind nicht miteinander vergleichbar. Es ist nicht das gleiche Leben. Es ist schrecklich. Ich würde alles dafür geben, um zum 13. November zurückzukehren. Damit irgendjemand am späten Nachmittag sagt: ‚Das Konzert ist abgesagt. Bleibt zuhause.'“

13. November 2015: Drei Terroristen stürmen das Pariser Bataclan-Theater während eines Konzerts der US-Rockband „Eagles of Death Metal“. Sie schießen mit Maschinengewehren in die Menge und werfen Handgranaten. 1500 Besucher sind im ausverkauften Saal. Die Band spielt gerade den Song „Kiss The Devil“.   

Noumouké Sidibé: „Da ich das Bataclan sehr gut kenne, weil ich über 15 Jahre dort gearbeitet habe, kenne ich auch all die versteckten Ecken und Schleichwege. Ich traf ein paar der Geiseln im Treppenhaus. Ich war in diesem Moment der einzige Sicherheitsmann dort. Ich musste cool bleiben, obwohl ich innerlich eine Riesenangst hatte. Ich habe mich zusammengerissen und versucht, so vielen Menschen wie möglich zu helfen.“

Noumouké Sidibé ist der Chef des Sicherheitsteams. Seine geistesgegenwärtige Reaktion rettet viele Leben. Sidibé gelingt es, links von der Bühne eine faltbare Feuertreppe aus der Decke zu ziehen. Er und seine Kollegen hieven etwa 50 Besucher aufs Dach und damit in Sicherheit. Das Bataclan ist nur einer von sechs Tatorten. An diesem blutigen Freitagabend sterben in Paris 130 Menschen, mehr als 500 werden verletzt.

Noumouké Sidibé: „Das Warten, die Menge, die Schreie, das Weinen, die Toten, das Blut. Familie. Die Leute können sich das Ausmaß der Gewalt nicht vorstellen. So etwas erleben zu müssen, wünsche ich niemandem. Es war nur eine Frage von Sekunden, eine Frage von Glück. Es war einfach nur Glück. Das macht man sich jeden Tag klar.“

Noumouké Sidibé überlebt unverletzt. Schon wenige Tage später wird er als Held des Bataclan gefeiert.   

Noumouké Sidibé: „Bei so vielen Toten als Held gefeiert zu werden – das ist nichts Erstrebenswertes. Das ist…