Es war eine der großen Nachrichten der vergangenen Tage: Die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer haben nach eigenen Angaben einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt, der ersten Auswertungen zufolge einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung gibt.

Angesichts dieser Entwicklung hat Michael Theurer, Vize der FDP-Bundestagsfraktion, nun einen eigenen Impfplan in die Debatte eingebracht, der dem SPIEGEL vorliegt. „Die Bundesregierung muss nach der sehr erfreulichen Ankündigung zur Entwicklung eines Impfstoffes durch Biontech und Pfizer und dessen möglicher zeitnaher Zulassung zumindest in den USA ihre angekündigte Impfstrategie konkretisieren“, schreibt der baden-württembergische FDP-Landeschef.

Unter anderem schlägt der Liberale vor, die Kosten für eine freiwillige Impfung müssten durch einen Bundeszuschuss gedeckt sein. „Das Impfen muss für alle gebührenfrei möglich und so möglichst attraktiv sein“, sagte Theurer. Zudem solle die Bundesregierung ein digitales Impfmanagement etablieren. Wer zuerst geimpft werde, müsse transparent und eindeutig nach einem „öffentlichen Diskurs“ definiert werden.

Dass Ärzte, medizinisches Personal, Risikogruppen und systemrelevante Gruppen zunächst geimpft würden, sei bekannt, aber bei einem Bevölkerungsanteil von 40 Prozent keine hinreichende Antwort auf die Frage, wie die begrenzten Impfdosen verteilt werden müssten.

Die Verteilung, Verabreichung und Lagerung des Impfstoffes will Theurer über Impfzentren, Impfmobile und durch zusätzliches Personal sicherstellen. Auch sollten Bund und Länder eine bundeseinheitliche Umsetzung sichern.

Theurer zielt mit seiner Impfstrategie auch auf die Kritiker an den Corona-Schutzmaßnahmen ab. „Eine breite Informations-Kampagne muss jetzt kommen und nicht erst im kommenden Jahr, um die Impfakzeptanz zu erhöhen und Corona-Leugnern sowie Impfgegnern keine zusätzlichen Angriffspunkte zu bieten“, sagte er dem SPIEGEL.

FDP-Chef Lindner will Konzentration auf…