Gut drei Jahre nach seiner Absetzung als Chef der katalanischen Polizei ist Josep Lluís Trapero wieder im Amt. Das verkündete die katalanische Regionalregierung in einem Statement. Er habe „drei harte, schmerzhafte Jahre“ hinter sich, erklärte Trapero nach seiner Amtsübernahme.

Der Polizeimajor räumte am Freitag am Rande einer Veranstaltung in Sabadell bei Barcelona ein, er habe auf dem Höhepunkt des katalanischen Unabhängigkeitskonfliktes im Herbst 2017 Fehler gemacht. „Alle Beteiligten hätten damals besser handeln können, und ich bin der erste, für den das gilt“, sagte er.

Trapero war erst am 21. Oktober vom Nationalen Staatsgerichtshof in Madrid von den Vorwürfen des Aufruhrs und der Bildung einer kriminellen Organisation freigesprochen worden. Diese standen in Zusammenhang mit dem illegalen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 in Katalonien.

Der Polizeichef war beschuldigt worden, mit den damaligen Separatistenführern um den wenig später abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont kooperiert zu haben, um die verfassungswidrige Abstimmung zu ermöglichen. Ihm drohte im Fall einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Der Freispruch ermöglichte derweil seine Rückkehr in das Amt.

Trapero war nur wenige Wochen vor der Zuspitzung des Unabhängigkeitskonflikts bei der Aufklärung der Terroranschläge von Barcelona im August 2017 in ganz Spanien zum Helden avanciert. Nach dem Trennungsreferendum wurde der heute 54-Jährige aber am 28. Oktober 2017 von der Zentralregierung in Madrid, die Katalonien damals unter Zwangsverwaltung stellte, des Amtes enthoben. Puigdemont entzog sich der spanischen Justiz, indem er sich – wie andere separatistische Politiker – nach Belgien absetzte. 

Die katalanischen Separatisten lobten Trapero, nachdem seine Wiedereinsetzung bekanntgeworden war. Sie sei eine Frage der Gerechtigkeit, twitterte Vizepräsident Pere Aragones, der derzeit die katalanischen Regierungsgeschäfte führt.

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