Die Blockadehaltung des Weißen Hauses sorgt international, aber auch im eigenen Land für Verdruss. Die bei der Wahl am 3. November siegreichen Demokraten kritisieren seit Tagen, dass Noch-Präsident Donald Trump und die Regierung jegliches Entgegenkommen auf den gewählten Amtsnachfolger verweigern. Und nun formiert sich auch in der Partei des 45. Präsidenten der Widerstand gegen dessen normbrechendes Verhalten.

Eine wachsende Zahl an republikanischen Politikern fordert, dass das Weiße Haus dem neu gewählten US-Präsidenten Geheimdienst-Briefings zugänglich machen sollte. Der einflussreiche Senator Lindsey Graham sagte am Donnerstag zum TV-Sender CNN auf die Frage, ob Biden die Unterrichtungen bekommen sollte: „Ja, ich denke er sollte“. Ähnlich äußerten sich Medien zufolge auch die Senatoren Chuck Grassley, James Lankford und John Thune.

Die Äußerungen könnten darauf hinweisen, dass es bei den Republikanern mehr und mehr Akzeptanz für den Wahlsieg Bidens gibt. Dabei sind die konkreten Formulierungen wichtig. Der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, nannte Biden am Donnerstag zum ersten Mal den „gewählten Präsidenten“. Bislang wird Biden die gesetzlich vorgesehene Unterstützung für eine geordnete Amtsübergabe („transition“) von Trumps Regierung verwehrt.

Auch der Gegner hätte Interesse an reibungslosem Übergang

Der republikanische US-Präsident hat sich bislang geweigert, seine Niederlage einzugestehen und inszeniert sich ohne Beweise als Betrugsopfer. Zuletzt betonten hochrangige Vertreter der US-Wahlbehörden, dass bisher keinerlei Belege für Betrug oder andere Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl gefunden wurden. Die Wahl am 3. November sei „die sicherste der amerikanischen Geschichte“ gewesen, so die Vertreter von Behörden der US-Bundesregierung wie von Bundesstaaten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung.

Führende Politiker seiner Partei unterstützten ihn nach außen hin. Beobachter sehen das auch als Schachzug, um die eigene…