Dominic Cummings, Chefberater und lange Zeit enger Vertrauter des britischen Premierministers Boris Johnson, gibt laut übereinstimmenden Medienberichten mit sofortiger Wirkung seinen Posten auf.

Cummings habe die Regierungszentrale in der Downing Street verlassen und entschieden, nicht bis Weihnachten zu bleiben, berichtete der Chefkommentator des Times Radio, Tom Newton Dunn, auf Twitter. Die BBC und Sky News berichten ebenfalls über Cummings Abgang.

Laut BBC hatte Cummings am Freitag mit Johnson über seine Situation gesprochen, dann sei die Entscheidung gefallen, dass ein sofortiger Rückzug das Beste sei. Zuvor war von einem Abgang „vor Weihnachten“ die Rede.

Fotos und Videos zeigen, wie Cummings am Abend die Regierungszentrale in London verließ, in den Händen hielt er einen braunen Karton.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, Cummings würde noch bis Mitte Dezember weiter für die Regierung arbeiten. Unklar blieb aber in welcher Funktion und ob Cummings noch mal die Regierungszentrale in 10 Downing Street betreten würde. Johnson habe Sir Edward Lister gebeten, vorerst den Posten des Stabschefs zu übernehmen, hieß es in einem Statement.

Seit Wochen tobte in London ein Machtkampf rivalisierender Fraktionen, nun ist er anscheinend entschieden: Neben Cummings muss laut den Medienberichten auch Kommunikationsdirektor Lee Cain sofort gehen, nachdem Johnson ihn zuvor noch zum Stabschef befördern wollte. Cain und Cummings waren Schlüsselfiguren der „Vote Leave“-Kampagne, mit deren Hilfe Boris Johnson im Juni 2016 das „Brexit-Referendum“ gewonnen hatte.

Cummings war wie kein Zweiter für Johnsons Aufstieg verantwortlich. Er agierte wie ein De-facto-Stabschef des britischen Premierministers und brachte ihn gegen all jene in Stellung, die er für Brexit-Gegner hielt.

Kritiker machen Cummings vor allem für die fatale Corona-Politik der Johnson-Regierung verantwortlich. Cummings war im Frühjahr mitten im Lockdown quer durch England gefahren und hatte mehrfach seinen…