Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Rekorde bei den Infiziertenzahlen, überforderte Gesundheitsämter und mehr Erkrankte auf den Intensivstationen – die Coronakrise produziert einen steten Strom schlechter Nachrichten. Und das seit Wochen. Grund genug, sich einmal ehrlich zu freuen, wenn es Abwechslung gibt.

Diese Woche ging aus Mainz eine frohe Kunde um die Welt: „Ehrlich gesagt ist das die beste Nachricht, die ich seit dem 10. Januar erhalten habe“, schrieb der Virusexperte Florian Krammer von der Icahn School of Medicine des Mount-Sinai-Krankenhauses in den USA am Montag auf Twitter. Charité-Forscher Leif Erik Sander erklärte im SPIEGEL-Interview, er habe Freude und Erleichterung empfunden.

Die Reaktionen auf das erste Zwischenergebnis für einen potenziellen Corona-Impfstoff in Phase III der Untersuchungen könnten kaum besser sein. Der Auswertung zufolge verhindert die Vakzine von Biontech und Pfizer mindestens 90 Prozent der Covid-19-Erkrankungen. Das ist ein deutlich besserer Wert als erwartet. Und das Beste: Die Resultate sind nicht nur für Pfizer und Biontech eine Erfolgsmeldung, sondern wecken auch Hoffnungen für andere Impfstoff-Forschungsprojekte, die sich in der abschließenden Phase III befinden, wie meine Kolleginnen Julia Merlot und Julia Köppe berichten.

Ein bisschen Wasser muss ich Ihnen dennoch in den Wein geben: Die Biontech-Meldung bezieht sich nur auf Zwischenergebnisse und ob die Vakzine Infektionen verhindern kann oder nur Krankheitsfälle, ist unklar. Und auch, wer zuerst geimpft werden soll, wenn der Stoff zugelassen ist, wird noch diskutiert. Ebenso wie die Frage, wie man dann rund 1,3 Milliarden Impfstoffdosen um die Welt transportiert. Die entsprechenden Hintergründe haben meine KollegInnen Christoph Seidler, Claus Hecking und Julia Merlot.

„Zurück in die Zukunft – wie viel Obama wagen Biden und Harris?“, lautet der Titel des neuen SPIEGEL. Die Ausgabe erhalten Sie ab sofort digital und ab Samstag am Kiosk.

Covid-19 in weltweiten Zahlen

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